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Sind manche Kulturen anderen überlegen?

Da ich mich gerade nicht überwinden kann, etwas für meine Arbeit zu schreiben, möchte ich euch kurz vor Weihnachten nochmals mit einem eigenen kurzen Text beglücken.
Wie immer biete ich keine vollständig zu Ende gedachten Thesen an, sondern nur Überlegungen, die ich spontan niedergeschrieben habe.

Ich habe mir ein paar Gedanken zum Thema Verschiedenheit der Kulturen, Toleranz und Zukunftsfähigkeit dieser verschiedenen Kulturen gemacht.
Ich kam zu dem Schluss, dass eine Kultur, wenn sie die Jahrhunderte überdauern will, ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln muss. Sie muss sich einer gewissen Überlegenheit anderen Kulturen gegenüber bewusst sein, darf aber nicht überheblich werden oder die grundlegenden Rechte der Individuen verletzen.

Eine selbstbewusste Kultur kann im Dialog mit anderen Kulturen stehen, kann sich selbst kritisieren und kann sich entwickeln ohne sich aufzugeben zu müssen.

Ich finde unsere westliche Kultur mit all ihren Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft (ja, auch die ;) ) trotz – und manchmal gerade wegen – ihrer Mängel und Nachteile den anderen mir bekannten Kulturen überlegen.
Sie bietet jedem Individuum Stabilität und Sicherheit und gewährleistet gleichzeitig größtmögliche Freiheiten bei der Gestaltung des eigenen Lebens.
Unsere Kultur ist stark und kann es sich leisten, andere Kulturen in ihrer Mitte aufzunehmen, so lange sich diese an die maßgeblichen Regeln halten.
Zerstören kann sie sich nur selbst, aber so lange sich Autoaggression und schwindendes Selbstbewusstsein in Grenzen halten, so lange wir uns nicht allzu weit von den Ideen der Aufklärung entfernen und so lange wir nicht vergessen, dass Toleranz Pflichten auf beiden Seiten beinhaltet, wird unsere Kultur den anderen überlegen bleiben.
Kommentare (4)  Permalink

Kommentare

ST @ 22.12.2007 01:58 CEST
Hmm, was mir nicht ganz klar ist bei deiner These:

"Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft"
"Sie bietet jedem Individuum Stabilität und Sicherheit"

Wo kommt die Stabilität für das Individuum her, bei den Punkten aus der Liste?
Bis auf die Rechtsstaatlichkeit scheint mir alles eher die Stabilität des Einzelnen in Frage zu stellen, bzw. herauszufordern.

Stabilität kommt meiner Meinung nach aus Familie, Freundschaft, Überzeugung, Engagement und, nicht zu vergessen, Religion.
In diesen Bereichen scheint mir unsere Kultur nicht die überlegene zu sein. Hmm, ich sag vielleicht besser: Die Bereiche verlieren als Prinzip der Gesetzgebung an Macht (Familie ist eh inzwischen pervertiert als Gebärfabrik). Hoffentlich nicht als (nicht zu vernachlässigende) Stütze unserer Kultur.

Ansonsten kann ich Deiner These voll zustimmen :) Mit einem Zusatz: einer wesentlicher Vorteil unserer Kultur ist es, dass sie zulässt, dass man aus anderen Kulturen etwas (für sich persönlich) besseres praktizieren kann :)

gruß

P.S.: ich mag solche Thesen :)
DerSP @ 22.12.2007 03:13 CEST
Musst du denn immer nachts schreiben? Da war ich grad auf dem Weg ins Bett, aber ich kann ja nicht einschlafen, wenn ich deine Kommentare nicht beantwortet habe…

Das "Sie" bezieht sich auf die Kultur, die ja nicht nur durch ihre Errungenschaften definiert wird. Aber auch durch die genannten Errungenschaften wird Stabilität für das Individuum gefördert. Es ist z.B. sehr unwahrscheinlich, dass sich dein Umfeld, die Regeln, nach denen du leben musst, usw. schlagartig ändern, da dich Demokratie, unsere Freiheiten (und Pflichten) und der Rechtsstaat davor schützen.

Deinen zur Stabilität genannten Punkten stimme ich auch zu. Nur finde ich es wichtig zu erwähnen, dass das Individuum die Wahl hat, das auch abzulehnen. Sonst kann das schnell zu einer negativen Stabilität werden.
Und da kommen wieder die von mir genannten Punkte ins Spiel, die das garantieren (sollten).

Ich verstehe aber nicht ganz, wieso diese Stabilität nicht auch in Frage gestellt werden sollte. Das unterscheidet doch die Tatsächliche von der Illusion von Stabilität.
Bestes Beispiel dafür sind die Vorfälle im Bezug auf die Mohamed Karikaturen (oder jeder andere Vorfall, wenn sich Moslems beleidigt gefühlt haben). Vielmehr als eine Anprangerung unserer Kultur sind sie doch ein Beweis für die Verunsicherung der Moslems.
Tagtäglich werden Christentum und erst recht Judentum in viel stärkerem Ausmaß beleidigt, verunglimpft und beschimpft. Da wir aber in der Vergangenheit die Stärke besessen haben, uns selbst zu kritisieren und in Frage zu stellen (und auch fähig waren, Fehler einzugestehen), kann uns heute nichts mehr zum Ausrasten bringen.

Religionen spielen in jeder Kultur eine besondere Rolle. Die meisten Kulturkreise lassen sich sogar direkt durch die vorherrschende Religion bestimmen.
Mir fiele z.B. kein Land unseres Kulturkreises ein, das nicht jüdisch oder christlich geprägt wäre.
Das Thema war mir aber zu komplex, deswegen habe ich es in meiner Anfangthese vorsichtshalber nicht erwähnt ;)

Deinen Zusatz hatte ich übrigens fast schon erwartet. Ich hatte das in dem Punkt, dass wir auch andere Kulturen innerhalb unserer Kultur dulden können, schon mit eingeschlossen, hatte es aber nicht hinbekommen, es auch stilistisch sauber so auszudrücken. Da habe ich es einfach weggelassen :)
DerSP @ 22.12.2007 03:14 CEST
Jetzt hast du es wieder geschafft, dass mein Text durch die langen Kommentare ganz poplig aussieht.
Musst du mich immer sabotieren?
ST @ 22.12.2007 14:34 CEST
tja, das kommt davon, wenn man Demokratie und Meinungsfreiheit so toll findet ;)

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