"USA verweigern "Bunkerbrecher" für Israel" titelt die Tagesschau heute.
Im Text heißt es dann, dass die USA Israel keine Tankflugzeuge, Bunkerbrecher oder Überflugrechte gewähren will, um iranische Atomanlagen anzugreifen und dass Washington damit klar mache, dass eine militärische Lösung des Konflikts vom Tisch wäre.
Auch wenn ich die Entscheidung der Amerikaner nicht nachvollziehen kann, finde ich die Schlussfolgerung der Tagesschau ziemlich gewagt. Da war wohl wieder der Wunsch Vater des Gedankens.
Liest man den heutigen Text dazu in der Haaretz, die von der Tagesschau als Quelle angegeben wird, werden ein paar Punkte klarer.
Die USA ziehen nur derzeit eine diplomatische Lösung vor. Mit Diktatoren verhandeln, ohne ihnen klar zu machen, dass es zur Not rumst – sowas machen nur (Zentral-) Europäer.
Auch würde sich die Lieferung der Tankflugzeuge über Jahre hinziehen, also waren diese nicht für einen Angriff auf den Iran gedacht, sondern um die veralteten Modelle der IAF auszutauschen.
Dass die Tagesschau den Hinweis der USA als zynisch erachtet, dass Israel die Überflugrechte mit dem irakischen Premierminister aushandeln solle, sagt dafür einiges über die Nachrichten der ARD aus. Es ist eigentlich selbstverständlich, die solche Dinge mit der zuständige Regierung auszumachen und nicht mit deren Verbündeten.
Wie es mit dem Iran weitergeht, wird sich zeigen. Dass Israel Druck macht ist verständlich, hängt doch das Leben ihrer Staatsbürger von einer schnellen Lösung ab. Dass man sich auf die EU nicht verlassen kann ist nichts Neues (noch nicht einmal Europäer können das) und das Rumzicken Washingtons könnte aus wahltaktischen Gründen geschehen.
Vielleicht trifft auch der untere Abschnitt des Haaretz-Textes zu und Amerika macht den Mullahs zum Jahreswechsel den Sack zu – wenn Israel sich bis dahin nicht mal wieder alleine darum gekümmert hat.